Die Türkei ist ein Land voller Gegensätze: Istanbul hat seit Jahrzehnten eine queere Barszene, doch der Staat geht so hart gegen die LGBTQ+-Community vor wie nie zuvor. Wer reist, findet in Beyoğlu herzliche Gastgeber, sollte aber die aktuelle Lage kennen und sich außerhalb der Lokale diskret verhalten.
Rechtslage: Gleichgeschlechtliche Handlungen sind seit 1858 legal. Es gibt aber weder eine Ehe noch eine eingetragene Partnerschaft und keinen gesetzlichen Diskriminierungsschutz. Pride-Märsche sind in Istanbul seit 2015 verboten. Ein Gesetzentwurf, der das öffentliche „Fördern“ von Verhalten „entgegen dem biologischen Geschlecht“ unter Strafe stellen soll, wurde 2025/26 zweimal aus Justizpaketen gestrichen, soll aber neu eingebracht werden (Stand Oktober 2026 nicht in Kraft). Im September 2026 gab es landesweite Razzien gegen LGBT-Vereine, Bars und Clubs mit über 100 Festnahmen.